

Hintergrund
Wir fotografieren heute mehr als je zuvor. Unsere Handys sind voll mit Bildern, doch nur wenige davon werden ausgewählt, ausgedruckt oder bewusst bewahrt. Viele bleiben im digitalen Raum. Mit der Zeit verlieren wir leicht den Überblick darüber, wo sie gespeichert sind, wo sie später landen und wofür sie verwendet werden.
Eine Fotografie hält fest, was sich in einem bestimmten Moment
vor der Kamera befand:
einen Menschen, einen Ort, ein Objekt, Licht und Zeit. Beim Portrait kommt etwas Besonderes hinzu: die Begegnung. Ein Mensch steht vor mir, wir nehmen uns Zeit füreinander und suchen gemeinsam nach einem Ausdruck. In diesem kurzen Augenblick entsteht etwas, das uns beide verbindet.
Die Begegnung macht ein Portrait persönlich. Seine nachvollziehbare Entstehung macht es zu einem Zeugnis.
Fotografien waren für Familien immer auch Erinnerungsstücke. Man konnte sie in die Hand nehmen, aus einer Schachtel holen, weitergeben und gemeinsam betrachten.
Ein Portrait bewahrte das Aussehen eines Menschen und zugleich einen Teil seiner Zeit und seiner Geschichte. Seine Herkunft war klar: Man kannte die abgebildete Person, erinnerte sich an den Anlass oder wusste, wer hinter der Kamera stand.
Heute begegnen uns immer häufiger künstlich erzeugte Bilder. Auch sie können berühren, faszinieren und glaubwürdig wirken. Gleichzeitig verändern sie unseren Blick auf Fotografie. Für ihre Entstehung braucht es keinen Menschen vor einer Kamera und keine Begegnung in einem gemeinsam erlebten Moment.
Damit stellen sich neue Fragen: Werden wir künftig noch erkennen, welche Bilder auf eine tatsächliche Situation zurückgehen? Was zeigen wir unseren Kindern und Enkelkindern? Wie werden spätere Generationen auf unsere Gegenwart zurückblicken, wenn die Herkunft vieler Bilder nicht mehr nachvollziehbar ist? Und werden sie sich fragen: War das echt?
Mehrere Studien zeigen, wie schwer Menschen real fotografierte und künstlich erzeugte Gesichter unterscheiden können. Manche KI-generierten Gesichter werden sogar häufiger für menschlich gehalten als Aufnahmen realer Personen. Auch ich merke, wie anspruchsvoll diese Unterscheidung inzwischen geworden ist.
KI-gestützte Verfahren eröffnen faszinierende, hilfreiche und kreative Möglichkeiten. Für mich gehört dazu ein bewusster und transparenter Umgang mit der Entstehung von Bildern. Mit ECHT möchte ich zum genauen Hinsehen anregen: auf das einzelne Gesicht, seinen Ausdruck, die Geschichte hinter dem Bild und vor allem auf die Begegnung, aus der das Portrait entstanden ist.
Jedes Portrait in ECHT hat einen nachvollziehbaren Ursprung. Es führt zurück zu einem Menschen aus Bad Ischl, zu einem konkreten Ort, zu einer persönlichen Begegnung und zu einem bestimmten Moment vor meiner Kamera. Dieser Mensch war tatsächlich hier. In dieser Stadt und zu dieser Zeit.
Ein Jahr lang möchte ich mindestens 500 Menschen portraitieren, die in Bad Ischl leben, arbeiten, lernen oder die Stadt im Alltag prägen. Alle Portraits entstehen unter denselben Bedingungen: schwarzweiß, frontal und reduziert. Im Mittelpunkt stehen Gesicht, Ausdruck und Persönlichkeit.
Aus diesen Begegnungen entsteht ein fotografisches Zeitdokument von Bad Ischl, eine Sammlung realer Menschen und gemeinsam erlebter Momente. Ende 2027 werden die Portraits in einer großen Ausstellung gezeigt. Danach darf jede portraitierte Person ihr eigenes Bild mit nach Hause nehmen.
So kehren die Portraits zu den Menschen zurück. Sie bleiben in Familien, Wohnungen und Häusern der Stadt erhalten und werden zu persönlichen Erinnerungsstücken. Vielleicht wird eines dieser Bilder viele Jahre später aus einer Schachtel geholt und jemand sagt: Ich war ein Teil von ECHT.
Sei dabei!
Mit meinem mobilen Portrait-Setup werde ich an verschiedenen belebten Orten in Bad Ischl unterwegs sein. Wenn du mich und meine Kamera irgendwo entdeckst, komm einfach vorbei. Lass dich portraitieren und werde Teil von ECHT.
Hauptsächlich wirst du mich freitags bei schönem Wetter am Wochenmarkt antreffen.
Die Teilnahme ist freiwillig, kostenlos und unkompliziert.
Wie viele Portraits entstehen?
Mein Ziel sind mindestens 500 Portraits. Ob es am Ende genau 500 sein werden oder vielleicht deutlich mehr, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Entscheidend ist nicht nur die Zahl, sondern die Vielfalt der Menschen, die Bad Ischl heute ausmachen.
Mitmachen können alle, die in Bad Ischl leben, arbeiten, lernen oder die Stadt im Alltag prägen.
Wenn du mitmachst, bist du damit einverstanden, dass dein Bild Teil dieser Ausstellung wird und im Zusammenhang mit ECHT veröffentlicht werden darf, beispielsweise auf meiner Website, meinem Instagram-Kanal, in der Presse und in der weiteren Projektkommunikation.
Ausstellung und Veröffentlichung
Ende 2027 werden die entstandenen Portraits in einer großen gemeinsamen Ausstellung präsentiert.
Nach der Ausstellung darfst du dein Portrait als Geschenk mit nach Hause nehmen. So bleibt dein Bild nicht nur Teil des gemeinsamen Projekts, sondern wird auch zu deiner persönlichen Erinnerung an ECHT.
